Februar März

Info an die Gemeinde

bereits seit mehreren Monaten begleitet uns die Covid-19-Pandemie.
Nachdem es uns in der Anfangszeit aus rechtlichen Gründen nicht
möglich war, Gottesdienste zu feiern, so freuen wir uns natürlich, dass
dies seit Mai 2020 wieder möglich geworden ist. Das Land Niedersachsen
hat den Religionsgemeinschaften weitreichende Möglichkeiten eröffnet,
damit religiöses Leben wieder stattfinden kann. Dafür sind
Abstandsregeln zu beachten und Hygienekonzepte zu erstellen.


Die positiven Rückmeldungen aus der Gemeinde und insbesondere die
hohen Anmeldezahlen zu den Gottesdiensten an den Weihnachtstagen
sehen wir als besonderes Kompliment, über dass wir uns sehr freuen.
Dies hat uns zu der Frage motiviert: Wie können wir Ihren nächsten
Besuch bei uns noch angenehmer machen?


Häufig geändert haben sich die rechtlichen Anforderungen an die
Erhebung von Kontaktdaten. In der Vergangenheit war die größte
Herausforderung für uns, den Besuchern die aktuelle Notwendigkeit zu
erklären. Insbesondere dann, wenn Kontaktdaten zuvor nicht erhoben
wurden. Bewährt hat sich dabei, die Kontaktformulare an der Kirchentür
an die Besucher auszugeben. Diese können am Platz in der Kirche
ausgefüllt werden und bleiben am Schluss einfach am Platz liegen.


Aber es geht noch einfacher! In diesem Gemeindebrief finden sie bereits
mehrere Formulare, die sie ganz bequem zu Hause ausfüllen können. Zu
Ihrem nächsten Besuch nehmen Sie das ausgefüllte Formular einfach
mit. Damit ersparen Sie sich das Ausfüllen während des Gottesdienstes.
Auch wenn wir dies vielleicht (noch) nicht für jeden Gottesdienst
benötigen, so möchten wir Sie dennoch bitten, sich an dieser Form zu
beteiligen. Sie entlasten uns dadurch erheblich in der Vorbereitung der
Gottesdienste. Für Ihre Mitwirkung möchten wir uns an dieser Stelle
bereits jetzt ganz herzlich bedanken.

Der Kirchenvorstand

Ein großes Hallo der Kleinen

Morgens kommen die Kinder wie immer über den Parkplatz gelaufen auf
dem Weg zum Kindergarten. Doch was ist das? Die Jungs machen große
Augen und die Mädchen staunen auch nicht schlecht: Da stehen zwei riesige
LKWs vor dem Gemeinde-haus und versperren den Zuweg. Da fällt es ihnen
wieder ein. Ins Pfarrhaus zieht die neue Familie ein! Mühevoll und mit
Begeisterung haben die Kinder große Buchstaben gemalt, ein Willkommenslied
geübt und heute werden sie sich in Position stellen.


Sie wollen die ersten aus der Gemeinde sein, die die neue Pastorin begrüßen.
Und die Überraschung ist gelungen. Zwar steht da leider nur „Herr Pastorin“ vor
dem Haus und klatscht Beifall, aber dank Smartphone ist das Lied und das Bild
mit den Kindern schnell zu seiner Frau, Pastorin Sonja Kantus gesendet, die sich
ebenso sehr gefreut hat.

Einen herzlichen Dank an alle Erzieherinnen und Kinder der Kita Hunteburg!

Willkommen!

Mitten im Umzugsstress, im Chaos der Kartons und Möbel, nach kurzen
Nächten und anstrengenden Tagen voller Organisation kommen wir hier
in Hunteburg an und betreten unser neues Haus. Da geht ein Strahlen
über unser Gesicht. Wir machen große Augen und sind völlig überrascht,
als wir den Kranz über der Haustür entdecken. Was für ein herzliches
Willkommen! Und so stand es auch über dem Eingang geschrieben. Das
tut richtig gut, wenn das Leben zeitweise nur improvisiert und unfertig
ist, in den ersten Tagen und Wochen durch eine geschmückte Tür zu
gehen und zu spüren:
Hier sollen wir uns wohlfühlen. Grün ist die Farbe
der Hoffnung. Sie steht auch für das Leben. Und so ist es geworden und
wird es noch immer mehr: lebendig, freudig und hoffnungsvoll. Manches
ist chaotisch geblieben und das wird wohl vielleicht auch immer so sein.

Das Leben mit Kindern und dazu noch im Pfarrhaus ist
abwechslungsreich, spontan und bunt. Wir sind als Familie dankbar, hier
in Hunteburg angekommen und so freundlich und warm empfangen
geworden zu sein. Wir freuen uns nun auf den Alltag in und mit der
Gemeinde und sind gespannt darauf, was wir hier alles erleben dürfen.

Plauderei aus dem Nähkästchen

Weihnachten in der Corona-Zeit ließ mich kreativ werden.

Mein Gedanke: Aus alten Wachsresten könnten neue Kerzen entstehen.
Ein ausgedienter Topf zum Schmelzen war bald gefunden. Leere
Marmeladengläser und Dochtfäden auch. Diese platzierte ich in der Küchenspüle.

Als ich die heiße Masse dann in die Gläser füllte, hatte ich die Stabilität
derer aber überschätzt. Eines platzte mit lautem Knall, flüssiges Wachs
ergoss sich im Spülbecken und verstopfte im Nu den Abfluss. Der Schaden
konnte erst durch aufwendigen Abbau, Reinigung und teilweisen Austausch der
Rohre behoben werden. Dazu benötigten wir die Hilfe unseres Schwiegersohnes, der
sich folgenden Sing-Sang nicht verkneifen konnte:


„♪♫ In der Weihnachtsgießerei,
passiert so manche Kleckerei...“

Marlies Schulte

Überraschung im Advent

Die Konfirmanden und Vorkonfirmanden der Hunteburger St. Matthäus-
Gemeinde hatten in diesem Jahr für die beiden Seniorenheime in Hunteburg eine

besondere Überraschung vorbereitet. Jeder der jungen Menschen hatte eine oder
mehrere Weihnachtskarten geschrieben, gemalt oder gebastelt. Mit kleinen
Adventsgestecken, die von der Ev.-luth. St. Matthäus Kirchengemeinde
gespendet wurden und von „Melli‘s Blumenlädchen“ ganz kurzfristig geliefert
werden konnten, überreichte der Kirchenvorstand diese zeitgerecht zum
Nikolaustag.

Beate Ellermann als Vertreterin des Seniorenheimes St. Agnes bedankte sich
anschließend beim Vorstand mit einem Brief, den wir hier wiedergeben möchten:

Vielen Dank an dich (Peter Kollorz) und die Konfis für die gelungene
Überraschung. Die Bewohner*innen haben sich sehr über die schönen Sterne
gefreut. Viele Empfänger zeigten sich mit den Worten „Dass sich die Konfis so
viel Mühe machen und für jeden von uns einen Brief oder eine Karte schreiben“
sehr beeindruckt von den jungen Leuten. Gegenseitig haben sie sich die mal
heiteren, mal nachdenklichen Sprüche vorgelesen – und nicht einer war doppelt!
„Wir werden in diesem Jahr so reich beschenkt und so viele denken an uns“ sagte
eine Bewohnerin ganz bewegt und gerührt.

Und es schloss sich ein Gespräch über die eigene Konfirmationszeit an:
Auswendig lernen war das erste, was ihnen einfiel und früher den
Konfirmandenunterricht ausmachte. Unterricht erteilte ausschließlich der Pastor.
Keine Ausflüge, Fahrten, gemeinsamen Wochenenden und Aktionen, sondern
von Woche zu Woche Bibelverse und Lieder auswendig lernen und am Ende die
Prüfung bestehen. Der „Konfischlager“ damals war „Harre meine Seele, harre
des Herrn“. Zu diesem Lied zogen die Konfirmanden in die Kirche ein. Ein
weiteres beliebtes Lied war „Jesu geh voran“. Geschenke gab es damals auch
noch nicht. Eine Bewohnerin erzählte von der Konfirmation während der Flucht
aus Ostpreußen. Unterwegs fand die Konfirmation in einem leerstehenden Haus
statt, umringt von russischen Soldaten. An festliche Kleidung, ein Geschenk oder
gar eine Feier mit gutem Essen war nicht zu denken. Hunger, Unsicherheit und
Angst waren die ständigen Begleiter der jungen Menschen. Diese Konfirmation
war rückblickend ein ganz besonderes Ereignis. ....das alles haben eure
Geschenke und Briefe ausgelöst.

Ganz herzlichen Dank für diese besondere Aktion in dieser außergewöhnlichen
Zeit!

Liebe Grüße,

Beate Ellermann

Rundbrief von Gisela u. Gunther Schick

Liebe Freunde der Kindertagesstätte.

„Alles nicht so schlimm“, so meint Bolsonaro, der Präsident Brasiliens. „Kranke
und Tote hat es immer gegeben und wird es auch weiterhin geben“. Er sieht sein
Land schon in der Endphase der Corona Epidemie. Aber die Infektionsraten und
die Zahlen der Toten sprechen eine ganz andere Sprache. Sie steigen von Tag
zu Tag. „Verglichen mit anderen Ländern auf der Welt war unsere Regierung“,
so meint Bolsonaro, „die beste oder eine der besten im Umgang mit der
Pandemie“. Heute (einige Tage vor Weihnachten) verzeichnete das Land 18.000
Tote. Nur die USA verzeichnet mehr. Bolsonaro hat die Gefahr von Covid-19
immer wieder heruntergespielt. Für ihn ist Covid-19 nicht mehr als eine „kleine
Grippe“. Alle Reaktionen auf die Pandemie verurteilt er als „Hysterie“.

Die Nachrichten unserer Freunde hören sich ganz anders an. Da spürt man schon
sehr deutlich eine große Sorge und auch Angst. Wer irgendwie kann, zieht sich
in seine eigenen vier Wände zurück und meidet jeden nicht unbedingt
notwendigen Kontakt mit anderen. Die Geschäfte sind weitgehend geschlossen.
Nur für das Notwendigste darf man das Haus verlassen. Das Gesundheitswesen
war immer schon sehr prekär. Nun ist es praktisch zusammengebrochen. Die
Krankenhäuser sind mehr als überfüllt. Die ärztliche Versorgung ist auf das
Allernotwendigste beschränkt. Viele Menschen suchen Hilfe, aber leider
vergeblich.

Andererseits lassen Bilder von den Stränden im Süden des Landes an vielem
zweifeln. Da sieht man nur feiernde und sich vergnügende Massen. Es ist
Sommerzeit und wer kann, will sich vergnügen und lässt die Sorgen zuhause.

Wie Schulen, Kirchen und andere soziale Einrichtungen, so ist auch die Creche
geschlossen, und das schon seit mehr als 9 Monaten. Das hat natürlich bittere
Konsequenzen für die Kinder und deren Familien. Für die Familien, die vielfach
an der Armutsgrenze leben und deren Leben eigentlich mehr ein Kampf ums
Überleben als wirkliches Leben ist, war es immer eine große Hilfe, dass
wenigstens die Kinder gut aufgehoben und versorgt waren. Aber das entfällt
zurzeit, und das in einer Zeit, in der die Not besonders groß ist. Viele haben
pandemiebedingt ihre Arbeit verloren. Nun versuchen sie, sich mit
Gelegenheitsarbeiten irgendwie über Wasser zu halten. Die Hausfrauen backen
Plätzchen oder Kuchen, andere fertigen irgendwelche Handarbeiten an, und dann
gehen sie von Haus zu Haus oder stehen an den Straßenecken und bieten ihre
Waren an. „Es ist schwierig durch die Straßen Curitibas zu gehen“ sagte mir
kürzlich ein Bekannter, „man wird ständig von Bettlern oder Straßenverkäufern
angesprochen. Und kauft man dann eine Kleinigkeit, so kommen gleich drei
oder vier andere und bieten auch ihre Waren an“. Jeder möchte verkaufen. Die Not,
besonders unter der armen Bevölkerung, ist sehr groß.

Andererseits hat die pandemiebedingte Pause auch eine positive Seite. Sie ist
eine gute Gelegenheit, einmal Dinge aufzuarbeiten, für die sonst nie Zeit war.
So wurde die Zeit für kleine und auch größere Reparaturen genutzt. Die Creche
bekam einen ganz neuen Anstrich, sowohl von außen wie von innen. „Es ist jetzt
eigentlich alles bereit für einen Neuanfang“ sagt Otto Brehm, der Leiter der Luth.
Stiftung, die die Arbeit der Creche betreut. Aber wann das sein wird, weiß keiner.

Schwierig sieht es allerdings mit den Finanzen aus. Eigentlich war es immer
schon schwierig. Aber jetzt hat sich die Situation doch sehr verschlechtert. Ohne
Kinder keine Monatsbeiträge. Auch wenn diese noch so klein sind, für die Arbeit
der Creche sind sie sehr wichtig. An den laufenden Kosten hat sich kaum etwas
geändert. So etwas wie Kurzarbeit kennt man in Brasilien nicht. Die Mitarbeiter
können nicht entlassen werden. Das wäre auch nicht gut. In vielen Kursen
wurden die Mitarbeiter für die Arbeit in der Creche geschult. Die Creche hat
zurzeit ein recht gut vorbereitetes Mitarbeiterteam. Würde man das Team
auflösen, müsste man bei einem Neuanfang das Team wieder ganz neu
aufbauen. Das ist sehr mühsam. Aber sie müssen weiterhin bezahlt werden.
Reserven dafür gibt es kaum. Geholfen hat bislang ein „convenio“, ein
Abkommen mit der Stadtverwaltung. Mit den finanziellen Hilfen der Stadt konnte
die Creche bislang überleben. Aber leider läuft dieses Abkommen zum
Jahresende aus. Ob es ein neues geben wird, ist ungewiss. Was bleibt, ist die
Hoffnung auf Hilfen aus Deutschland. Aber auch unser Spendenaufkommen ist
sehr rückläufig. Wahrscheinlich auch pandemiebedingt.

Das war so ein kleiner Einblick in die Sorgen und Freuden unserer Arbeit mit den
Kindern. Hoffen und wünschen wir, dass es im neuen Jahr besser wird.

Bedanken möchten wir uns bei allen, die uns durch das Jahr begleitet und uns
unterstützt haben. War Ihre Hilfe schon immer wichtig, so war sie in dem
verflossenen Jahr ganz besonders wichtig. Ohne diese Hilfen hätte die Creche
wahrscheinlich nicht überlebt.

Wir grüßen Sie mit der Jahreslosung für das Jahr 2021: „Seid barmherzig, wie
auch euer Vater barmherzig ist“. Lukas,6,36

Allen wünschen wir ein gutes und gesegnetes neues Jahr.


Es grüßen Sie ganz herzlich, Ihre Gisela und Gunther Schick


Creche Bom Samaritano, Niorter Str. 6a, 31832 Springe
giguschick@t-online.de

Gedanken eines Zehnjährigen

Anfang Dezember rief mich die Mutter von Benedikt Goldmann aus
Hunteburg an und fragte, ob ich Interesse hätte, Fotos von einem
Gottesdienst in Form einer Playmobil Kirche zu machen. Umgehend
sendete sie mir ein paar Bilder an mein Handy, um zu veranschaulichen,
was sie meinte. Und was ich sah, gefiel mir gut.
Kurz vor Weihnachten war es dann so weit. Wir trafen uns in der
katholischen Kirche, wo Benedikt seinen „Playmobil-Gottesdienst“
aufgebaut hatte. Was für ein toller Anblick! Die Kirche menschenleer, aber
die Playmobil-Kirche voll besetzt – und das unter fachgerecht
umgesetzten „Corona-Bedingungen“.
Alle waren zum Gottesdienst erschienen: Eine Pastorin (vielleicht in
Anlehnung an die zukünftige Pastorin der Ev.-luth. Kirchengemeinde in
Hunteburg?), Messdiener, Ordensschwestern, ein Gemeinderatsmitglied,
Chormitglieder und ein Filmteam für einen Internet-Livestream. Sogar an
sich selbst hatte er gedacht, denn auch Benedikt war dabei. Dann ließ ich
mir von ihm die Geschichte erzählen. Wie war er auf diese Idee
gekommen?
Er hatte sich im Lauf der Corona-Gebetswochen nicht nur Gedanken zur
Kommunion und zu den Gottesdiensten gemacht, sondern auch über

seine Familie, Abstandhalten und die allgegenwärtigen Corona-
Vorschriften nachgedacht. Und auch die Möglichkeiten, die sich durch

Internet und Medien ergeben, wie z.B. Fernsehberichte und Livestreams,
wurden von ihm genauestens unter die Lupe genommen. So entstand
seine Playmobilkirche.
Danke an Benedikt und seine Mutter, dass ich das sehen durfte! Und
danke für die ganze Mühe und die so anschauliche Visualisierung dieses
etwas anderen Gottesdienstes.

Peter Kollorz